Hinterher ist man immer schlauer: die Gartensaison 2013

Im Frühjahr hatte ich Euch jabereits von unseren Gartenplänen berichtet, zwischendurch geb es ein paar sommerliche Impressionen. Nu ist endgültig sowas von Herbst und es wird Zeit für ein Fazit:

Kartoffeln, Tomaten, Erbsen, Rauke, Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel, Minze, Trauben, Sauerkirschen, Mirabellen, Rhabarber, Äpfel & rote Johannisbeeren brachten ordentlich Ertrag.

Die Tomaten hatten wir als sehr kleine Pflänzchen gekauft & dann auf der Südfensterbank weiter großgezogen, bis wir sie bei ungefähr 30cm in (schwarze=warme) Kübel an der Südseite des Hauses gesetzt haben. Eigentlich hatte ich die Pflänzchen aus Saatgut selbst ziehen wollen, dafür waren wir aber zu spät dran, mit unseren Gartenplänen. Vermutlich ist die Vegetationsperiode in Hamburg aber eh einfach zu kurz zum selberziehen & wir werden wohl nächstes Frühjahr wieder vorgezogene Pflanzen kaufen. Was es ganz besonders gut gebracht hat, war der Tipp einer Freundin meiner Schwiegermutter: auskniepen sagt man wohl auf Plattdeutsch dazu, im Netz findet man unter „Tomaten ausgeizen“ Anleitungen & Videos, die zeigen, was zu tun ist, damit die Pflanzen stark bleiben und viele Früchte tragen. Ich hatte keine Ahnung, dass das so wichtig ist, & hätte die Pflanzen einfach mal so dahin wachsen lassen. Das wäre schlecht gewesen!

Bei den Kartoffeln hatten wir Biokartoffeln vom Discounter selbst zum keimen gebracht & auch noch spezielle Saatkartoffeln zugekauft, weil wir uns nicht sicher waren, wie gut sich die Sorte der ersteren zum ausbringen eignet. Tatsächlich hat sie sich sehr gut geeignet, so dass wir auf Saatkartoffeln im nächsten Jahr auf jeden Fall verzichten.

Alles andere, was wir ernten konnten war pflegeleicht wie Unkraut und erforderte kaum Kunst oder Aufwand unsererseits.

Nun zu den Dingen die wir nicht ernten konnten:

  • Basilikum – zu windig, zu kalt, zu alles,
  • Bohnen & Kürbisse. Da hätte ich mir beim Vorziehen mehr Mühe geben müssen & wir waren auch einfach zu spät dran.
  • Radieschen. Die waren ziemlich holzig. Mein Papa hat mir inzwischen erklärt, dass man Radieschen wohl den ganzen Sommer über ausbringen kann, es aber verschiedene Sorten für verschiedene Aussaatzeiten gibt. Oups. Daran könnte es echt gelegen haben.
  • Pflücksalat & Schnittsalat. Ehem. Nicht so dicht aussähen. Hab ich zwar irgendwann gemerkt, da war ich dann aber schon so schwanger, dass ich keine Lust mehr hatte die Pflänzchen mühsam zu verinzeln.
  • Süßkirschen: Ich hab der Groszer öfters genervt, er solle doch bitte das Netz darüber breiten. Er hat mich ignoriert. Selber hatte ich auch keine Lust dazu. Ich meine, hey, ER ist hier groß, ich bin bin nur einszweiundsiebzig! Die Vögel haben dann alles geklaut.
  • Zwetschgen: anders als die Mirabellen fallen die Zwetschgen nicht mit optimalem Reifegrad vom Baum. Das heißt, wenn man sie nicht schüttelt, fressen auch hier das meiste die Vögel & die restlichen Früchte erbarmen sich erst herunterzufallen,  wenn sie längst überreifer Matsch geworden sind. Was wir bräuchten wäre eine sehr lange Rüttelstange. Mal sehen, ob wir uns nächsten Sommer eine zulegen.
  • Erdbeeren: Joa. Das Beet stammt noch von den Vorbesitzern & letztes Jahr ging da so einiges. Nächstes Frühjahr müssen wir wohl mit neuen Pflanzen ergänzen, die vorhandenen sind wohl einfach schon ein bisschen zu alt.
  • Schwarze Johannisbeeren & Stachelbeeren: Die Pflanzen haben wir ja erst dieses Jahr frisch gekauft. Weil nur die zweijährigen Triebe tragen, müssen wir uns da noch etwas gedulden.

Und das war es unser Gartenjahr. Anbetracht der Misserfolge könnte man meinen, es hätte uns eine ganze Menge Frust gebracht, aber so war das gar nicht. Wir hatten viel Freude an dem, was wir Ernten konnten & die diversen Fehlversuche machen uns zuversichtlich, dass da im nächsten Jahr noch viel mehr geht. Jetzt erfreuen wir uns an unseren Vorräten (36 Gläser Marmelade, 4 Beutel gefrorener Kräuterwürfel & ein Korb voll Äpfel können wir mit in den Winter nehmen) & machen Pläne für die nächste Saison, wenn uns dieser Beitrag dann hoffentlich gute Dienste zur Referenz leisten wird.

Wie ist es bei Euch so gelaufen? Was waren die großen Hits? Auch was schiefgelaufen? Habt Ihr noch Tipps für uns?

ps: für den unwahrscheinlichen Fall, dass Ihr es noch nicht mitbekommen habt: es gibt was zu gewinnen!

8 Kommentare zu “Hinterher ist man immer schlauer: die Gartensaison 2013

  1. Bei uns haben es diesmal nicht mal die Tomaten überlebt, wir doch letztes Jahr jeden Grillabend mit selbst gemachtem Tomatensalat bereichert haben… :/
    Herzlichst Juliane

  2. Meine Gartensaison war eher mau. Aber das hab ich halt davon, wenn ich in eine Wohnung ohne Balkon/Garten ziehe. Ich erinnere mich aber an einen Basilikumtopf auf meiner Fensterbank, der recht lange überlebt hat (immer schön von unten gießen). Sag Bescheid, wenn ich zur Stachelbeer-Ernte vorbeikommen darf ;)

  3. Wow, das nenn ich aber eine große Ausbeute. Also nachdem ich die Liste gelesen hatte, was ihr alles ernten KONNTET, habe ich wirklich nicht mehr erwartet, dass ihr von den Misserfolgen frustriert sein könntet. Und ich hatte ja auch Recht. ;-) Kartoffeln, Erbsen, Rhabarber – Wahnsinn. Leider haben wir nur einen winzigen Garten (Handtuchgarten nennt meine Mama ihn, weil man gerade mal so sein Handtuch reinlegen kann), aber vielleicht versuche ich mich im nächsten Jahr mal an Tomaten. Das kann ja so schwer nicht sein und man braucht kein extra Beet dafür. Allerdings bin ich auch für meinen eher braunen Daumen bekannt! ;-)

    Liebe Grüße
    Nele

  4. Misserfolg? Ihr konntet doch verdammt viel ernten! Das ist doch bestimmt ein tolles Gefühl, Obst und Gemüse zu essen und wirklich zu wissen, wo es her kommt :-)
    Ich hab nur nen Balkon mit Nordausrichtung und auch noch Überdachung, d.h. man muss sogar gießen, wenn es draußen plästert (was ich natürlich regelmäßig vergesse). Daher habe ich mir dieses Jahr nichtmals Blumen für’n Balkon besorgt.
    Liebe Grüße!

  5. Da wir auch ein Erdbeerbeet vom Vorbesitzer haben, hab ich die Pflege recherchiert: Im Herbst ( eigentlich Sept, aber geht noch wenns noch nicht friert) richrig gründlich zurückschneiden, nur die Herzblätter stehen lassen, die alten Blätter tragen Krankheiten und verhindern, dass die Pflanze sich erholt. Manche Manche Leute machen das mit dem rasenmäher auf hoher Stufe, also keine falsche Bescheidenheit! Dabei die ganzen Ableger abschneiden und diejenigen, die schon gute Wurzeln haben auspflanzen (am besten jeweils Kompost in das Pflanzloch geben). So verfährt man jedes Jahr und kann dann nah 3-4 Jahren die alten Pflanzen rausmachen, weil man genug neue ausgepflanzt hat.
    Gut Grün – wie wir Schrebergärtner sagen –
    Hannah

  6. Hui, das ist doch mal ’ne Ausbeute! Zierpflanzenmäßig macht ihr nix?
    Hier war das Jahr babybedingt eher mau, wir sind nicht so regelmäßig zum Rasenmähen gekommen wie wir sollten..
    Aber nächstes Jahr, ich schwöre… (merkt man, dass ich wieder arbeite?!) Hab schon gefühlte 20kg Blumenzwiebeln eingebuddelt und einfrig Pläne geschmiedet. Auf jeden Fall mehr Dahlien und ein paar Einjährige (wer hätte gedacht, dass Cosmeen so dankbare Dauerblüher sind).

    Viele liebe Grüße

    A.

  7. Wie toll! Ich will auch auch auch! Nächstes Jahr steige ich voll ein. Das habe ich mir schon vorgenommen. Irgendeine Ecke unseres kleinen Gartens werde ich mit meinen Jungs umbuddeln. Wenn ich Fragen habe, wende ich mich umgehend an meine soeben frisch ernannte Gartenfachberaterin – das wärst dann du :-)
    Liebe Grüße!
    Steffi

  8. bezüglich des wettersensiblen basilikums würde ich dir raten es vielleicht mal mit buschbasilikum zu versuchen. der wuchert ganz schön – die stämme verholzen halt nach und nach und es wird ein kleiner busch draus – das hält auf jeden fall mehr aus als die schreckhaften „normalen basilikumpflänzchen.

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