Gedanken zu gedankenlosem Konsum

Gedanken zu minimalismus und konsumismus, nachhaltigkeit, geld sparen

Gleich vorneweg: Das ist ein sehr kontroverses Thema, ich möchte mit diesem Artikel auf gar keinem Fall jemandem zu nahe treten. Wenn Ihr viel und gerne kauft & das auch gut findet, dann wäre es vielleicht einfach besser Ihr läset jetzt nicht weiter.

In Blogland stolpert man immer wieder über hochinteressante Gedanken & Experimente zu Konsum bzw. zum Konsumverzicht. Ein Thema, zu dem ich eine, zugegebenermaßen recht radikale, Meinung habe. Der geneigten Leserin dürfte längst aufgefallen sein: wir machen hier viel selbst, häufig aus Materialien die eh schon da sind & auch sonst leben wir eher sparsam an der Grenze zum Geiz. Nicht grundlos & nicht um bei einem (hoffentlich in weiter Ferne liegenden) Ableben unsererseits einen Haufen Moneten mit über den Jordan zu nehmen. Ganz im Gegenteil. Hier unsere drei Top-Gründe, mit unseren finanziellen Ressourcen sparsam umzugehen:

  1. Geld ist Zeit. Weniger ausgegebenes Geld = weniger arbeiten = mehr Freizeit.
  2. Wenn ich das Geld nicht laufend für Mist ausgebe, hab ich es noch in der Tasche wenn ich etwas wirklich unbedingt haben möchte. Eine geile Kaffeemaschine. Urlaub. Viele teure Kinder. Nicht ganz billige Friseurbesuche (Thomas, liest Du das? Deine Kunst ist es mir wert! ; ) Das große Haus (wobei das dann doch eher dem Privileg des guten Einkommens Seitens des Groszers geschuldet ist).
  3. Umwelt + Soziales. Alles was wir kaufen muss unter der Verwendung von wertvollen Rohstoffen & schmutziger Energie hergestellt und transportiert werden. Von Menschen. Häufig unter grausamen Bedingungen. Über kurz oder lang werden alle diese Dinge zu Müll. Speziell der ganze (oft auch noch aufwändig verpackte!) Kram der gerne mal so nebenbei gekauft wird, ist oft sehr kurzlebig. Ich nenne das Zeug übrigens Luxusramsch.

Sich dieser drei Tatsachen bewusst zu sein, sollte die Sache mit dem Konsumverzicht eigentlich sehr einfach machen. Sollte. Wären da nicht Zeitschriften, Blogs(!), der Kaffeeröster und große schwedische Geschäfte voller Fast Furniture & Fast Fashion.
Ein weiterer Umstand den sich keiner gerne bewusst macht: wir kaufen häufig aus Langeweile und aus einem unbestimmten Gefühl der Leere heraus. Das fiese ist jetzt nur:  Kaufen macht eigentlich alles nur noch schlimmer. Betäubt vielleicht kurz die Symptome, führt vielleicht sogar zu einem kleinen High, hat aber doch nur zur Konsequenz, dass uns weniger Geld & Zeit für wichtige Dinge zur Verfügung stehen. Was im übrigen unglücklich macht.

Sowohl der Groszer als auch ich sind keine großartigen Konsumenten (ich glaube ich erwähnte es bereits: ich bin gebürtige Schwäbin ; ) für uns ist wenig kaufen kein Verzicht. Wir haben eben Prioritäten.

Falls Ihr selbst in nächster Zeit Euer Konsumverhalten einmal kritisch unter die Lupe nehmen oder vielleicht sogar nachhaltig ändern wollt, hätte ich da auch noch ein paar Vorschläge, wie Ihr an die Sacher herangehen könnt:

  1. Seht Euch „The Story of Stuff“ (deutsche Version) an. Das Video steht schon lange im Netz, einige von Euch kennen es sicherlich schon. Super gemacht und auch ein bisschen witzig. Fortgeschrittene interessieren sich vielleicht auch für „The Story of Bottled Water“ und „The Story of Electronics“ (unten das 3. Symbol von rechts aktiviert bei Bedarf deutsche Untertitel).
  2. Führt für ein, zwei Monate Haushaltsbuch. Penibel. Schreibt alles auf. ALLES. Auf A4 Seiten. Die führen es einem besonders brutal vor Augen. Markert am Ende des Monats alles an, was es echt nicht gebraucht hätte. Ruhig diese Ausgaben auch mal aufaddieren.
  3. Legt Euch ein Zweitkonto zu und überweist dorthin gleich zu Beginn des Monats die durch das Führen des Haushaltsbuches ermittelte Summe x.
  4. Führt eine „zu besorgen“ Liste. Kauft mit ein paar Tagen Verzögerung & trefft eine echte Kaufentscheidung. Keine Impulskäufe!
  5. Bevor Ihr etwas von der Liste kauft, überlegt Euch, ob gebraucht kaufen eine gute Idee ist (häufig ist das sogar die bessere Idee was Qualität, aber auch die Schadstoffbelastung von Gebrauchsgegenständen angeht). Nutzt auch die Kleinanzeigen des großen Onlineauktionshauses, (Kinder-)Flohmärkte & Gebrauchtkaufhäuser.
  6. Spielt des Teufels Advokat: Ist das wirklich nützlich (oft nur scheinbar), ist es von ordentlicher Qualität (selten, testet das ruhig etwas intensiver, lasst Euch verpackte Ware gegebenenfalls öffnen), wird das längerfristig gebraucht (kurzfristig geht´s ja vielleicht doch ohne und häufig gibt es eine sinnvollere Alternative)? Wie, wo und vor allem von wem wurde das hergestellt (spätestens da vergeht es mir dann schon meistens)?
  7. Fragt Euch ganz deutlich warum Ihr das jetzt kaufen wollt. „Der Tag war so besch***en“ ist kein Argument.  „Hübsch“ oder „Würde sich gut neben XY machen“ leider auch nicht. Sorry. Klar braucht man auch davon etwas im Leben, aber ganz sicher weniger als gemeinhin angenommen wird.
  8. Macht Euch bewusst, dass ein Artikel, den Ihr reduziert, aber unnötig kauft, nicht bedeutet, dass Ihr gespart habt. Ganz im Gegenteil.
  9. Auch häufig beobachtet: Leute die sich zum Kauf verpflichtet fühlen, weil sie sich in einem Laden länger umgesehen, vielleicht auch Ware haben zeigen lassen. Keine falsche Scham, wenn die Sachen Euer sauer verdientes Geld nicht wert sind, dann ist das nicht Euer Problem!
  10. Rationalisiert Zeitschriften und „große“ Blogs (klar, in sehr unterschiedlichem Maße) als die Verkaufsinstrumente die sie sind. Wenn Ihr das nicht rationalisieren könnt, dann geht Eure Leselisten kritisch durch: welche Publikationen hinterlassen nach der Lektüre häufig ein Bedürfnis nach neuen Sachen oder womöglich gar Gefühle wie Unzulänglichkeit & Neid? Rigoros streichen!
  11. Geht Bedarfsweckern allgemein aus dem Weg & betretet bestimmte Geschäfte (Ihr wisst genau welche das sind, oder?) nur wenn Ihr „müsst“. Shoppen ist keine Freizeitbeschäftigung!

Ich vermute ehrlich gesagt, dass die meisten, die hier mitlesen, ohnehin schon mehr oder weniger so vorgehen, aber in die eine oder andere Falle tappt ja jeder hin und wieder, oder? Bei mir wäre da z.B. der Blog einer gewissen jungen Mormonin (!?! WTF?) aus Brooklyn (Neid!) der ein relativ entspanntes (ja klaa-ar!) Leben mit kleinen Kindern zeigt. Voller schöner Unternehmungen (wie schaffen die das nur?) in mitten lauter schöner Dinge (wann sucht und besorgt sie das ganze Zeug?) und immer super-chic gestylt. Les ich möglichst nicht mehr (und manchmal doch, verflucht). Keine Ahnung wie sie das hinbiegt, aber jeder Tag hat 24 Stunden, Ihre Klamotten bringen mich auch nicht nach New York & jeden Morgen das volle Make-Up sorgt zwar für schöne Fotos, passt aber im Moment nicht zu meinem Lebensstil.

Egal wo Eure Schwächen liegen, geht ein bisschen in Euch, lasst Euch weniger manipulieren & erobert Euch Kaufen als Entscheidungen zurück!!! Denn tatsächlich sollen & müssen wir ja alle einkaufen, die Frage ist nur wie wir das tun. Intelligent wäre schön. Macht auch mehr Spaß.

P.s.: Den Rest der Woche bin ich raus, wir bekommen wichtigen Besuch. Spätestens Dienstag bin ich dann zurück auf diesem Kanal, ohne ernste Themen und  wieder mit einem flockig fröhlichen Upcycling. Vielleicht was mit Kupfer. Wenn Dein Name Andrea oder Denise ist, kannst Du jetzt schon mal ein bisschen kichern.

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26 Kommentare zu “Gedanken zu gedankenlosem Konsum

  1. Ein schöner Artikel! Den Film muss ich mir auf alle Fälle mal ansehen.
    Ich bemühe mich, wenig zu kaufen… Aber es klappt nicht so gut, wie ich mir das wünschen würde. Was ich mir komplett abgewöhnt habe, sind zum Beispiel Zeitschriften und der meiste Deko-Schnöck. Naja. Eben leider nur der meiste. ;-)
    Das mit dem Haushaltsbuch fände ich super. Ich fürchte nur, der Held spielt da nicht mit. Zu aufwändig und das Thema interessiert ihn dann doch nicht genug. Und am liebsten tappt er in die Reduziert-Falle (ist also nicht nur so ein Frauending!). Vielleicht kann ich ihm ja auch mal das Video vorspielen, wenn ich es denn dann selbst gesehen habe…
    Liebe Grüße und eine schöne Woche!
    Nele

  2. Ein guter Post.
    Ich lebe nun schon eine kleine Weile vegan und das hat meinen Konsum ziemlich reduziert. Für meinen kleinen Wurm kaufe ich fast ausschließlich gebraucht. Ich stehe auf die bunten (und nicht ganz günstigen) Sachen von Maxomorra und co. da lohnt sich das sehr. Ausserdem spare ich lieber auf ein teures Kleid oder Möbelstück vund freue mich dann für eine lange Zeit als für kurz das selbe wie alle zu tragen.

    1. Bin da komplett bei Dir! Bisher kaufe ich gebrauchte Kindersachen immer auf Flohmärkten, aber mir dämmert, dass es da auch online einige Optionen zu geben scheint. Hast Du da zufällig noch ein paar Tipps?

  3. Ach, meine Gute, das schreibst Du so schön. Und so wahr.
    Am anderen Ende ist auch noch Platz:
    Nicht einfach gedankenlos in den Müll schmeissen, was jemand anderes noch brauchen kann.
    Wenn man etwas bei sich herumstehen hat, das man eigentlich nicht wirklich braucht, müllt es einen zu. Weg damit. Verkaufen und das Geld für höhere Zwecke einlagern (wie z.B. Urlaub), oder verschenken und jemandem eine Freude machen.
    Und wenn einer weiß, dass der Weg lang und steinig ist, dann ich. Stichwort „Böser Dachboden“.
    Es sind nur Dinge.
    Und wie in Fight Club so einzigartig formuliert: „The things you own end up owning you.“
    Sei umarmt und ganz viel Spaß mit dem Besuch.
    Nina

    1. Das Fight Club Zitat ist echt stark dazu! Und jupp, wieder in Umlauf bringen ist natürlich ein wichtiger Aspekt, nur so funktionierts!

  4. Danke! Das war ein guter Artikel! Ich werde mir das eine oder andere zu Herzen nehmen, denn es schwirrt mir immer wieder im Kopf rum. Leider besitze ich nicht deine Konsequenz (tolle Ausrede, meckert die Psychologin in mir). Werde jetzt die Bretter meines neuen Kleiderschranks (räusper) wachsen und dabei das empfohlene Video schauen.
    Lg, Ms 101things (anonym, da mobil, aber ich musste dringend sofort kommentieren)

  5. Danke für diesen Beitrag … und schön dass du das mit den Blogs auch ansprichst. Ich hab mich öfter dabei ertappt z.B. Zeitschriften zu kaufen nur weil sie von vielen hochgelobt waren … aber da fallen mir noch mehr Beispiele ein.
    Lgr, Ute.

  6. Sehr passend, da hab ich bald auch was zu.
    Ich empfinde dieses Vergleichen im Netz auch als ein ganz starkes Problem. Im Buch von „Story of Stuff“ (übirgens sehr lesenswert und weit über das Filmchen hinausgehend!) nennt Leonard das „Erweiterung der Bezugsgruppe“. Hättest du dich vor Zeites des Internets mit einer Mormonin aus aus Brooklyn verglichen?! Vermutlich nicht. Das Netz bringt da echt nicht nur Segen. Ich vermeide daher Blogs, nach deren Lektüre ich mich hinterher irgendwie mies fühle, so als wäre mein Leben irgendwie weniger nett. Das schließt dann schon eine ganze Reihe der LifestyleBlogs, in denen immer alles toll ist, aus. Deswegen mag ich ja so Leute, wich dich, die „echt“ schreiben und auch mal von schmutzigem Geschirr und Fehlschlägen berichten.

    LG

    kleinodia

  7. Danke für diesen Beitrag, den find ich echt gut!
    Mir ist auch aufgefallen, dass solche Themen in letzter Zeit häufiger in diversen Blogs aufgegriffen werden. Manchmal hab ich da bloß den Verdacht, dass das eben auch wieder nur so ein „Hype“ ist – eben wenn die immer fröhliche Lifestyle-Bloggerin sich „von Ballast befreit“ und ihren Kleiderschrank ausmistet und dann statt 100 T-Shirts nur mehr 70 hat…. Oder sich bewundern lässt, weil sie jetzt so „tapfer“ drei Wochen lang keine neuen Schuhe gekauft hat… Naja, aber genau das ist der Punkt: ALLES wird einem verkauft, nicht nur Waren, nur ob man das abkauft, ist die persönliche Entscheidung jedes einzelnen.
    Von mir selbst kann ich sagen, dass ich lange wohl wirklich geizig war (und auch sein musste, weil einfach nicht mehr Geld da war); das ist jetzt „besser“ geworden – ich finde nämlich schon, dass man sich eben auch mal was gönnen darf, das man eigentlich nicht braucht; was das ist, ist natürlich bei jedem anders. Ich leide ja unter einem „Selbermach-Zwang“, was einerseits sicher dazu führt, dass ich weniger einkaufe, andererseits aber bloß dazu, dass ich anderes einkaufe (dann eben Stoffe statt Kleidung…)
    Ein Haushaltsbuch führen wir seit Jahren, und ganz eindeutig geben wir das meiste Geld für Essen aus. Einerseits sind wir vielleicht sehr verfressen, andererseits liegt das eben daran, dass wir auch bio kaufen wollen usw. Wahrscheinlich könnten wir trotzdem noch etwas einsparen oder besser organisieren…
    Ich finde es schon irgendwie schlimm, dass das Konsumieren in den meisten einfach so drin ist – bestimmt bin ich da auch keine Ausnahme, glaube aber trotzdem, dass ich es halbwegs im Griff habe. Auf jeden Fall möchte ich mir mein Kaufverhalten noch bewusster machen, es noch kritischer unter die Lupe nehmen und auch meinen Kindern in dieser Beziehung ein Vorbild sein.

    Wo ich Dir völlig Recht gebe: Mehr Zeit (weniger Arbeit) ist allemal soooo viel mehr wert als ein bisschen mehr Geld.

    Immer gut, Deine Denkanstöße!
    Auch wenn meine Gedanken jetzt sehr wirr waren, aber ich wollte das jetzt irgendwie schreiben…
    LG, Steffi

  8. Find ich schön, dass du da mal so ausführlich drauf hinweist. Ich versuche auch im Rahmen des möglichen möglichst wenig verschwenderisch zu sein. Kaufe gebraucht, wenn es geht, gerade Kleidung. Auf Kleiderkreisel zum Beispiel findet man alles, was man sucht. Und kann dort auch seine Sachen loswerden, anstatt sie in den Müll zu werfen.

    1. Genau! Kleiderkreisel!! Hab ich mich erst neulich angemeldet, ist noch eine ganz neue Angelegenheit für mich, aber scheint wirklich der absolute Wahnsinn. All diese Möglichkeiten!

  9. Ich hoffe, dass solche Gedanken weiter um sich greifen. Gerade gesehen: „Weniger ist mehr“ auf arte (Wdhlg. 18.10., 8.55 Uhr) eine Dokumentation, die das grenzenlose Wachstum hinterfragt und sich für den sorgsamen Umgang mit Ressourcen einsetzt. Ich merke, wie auch ich immer mehr darauf achte, was ich kaufe: ich laufe keinem Modetrend hinterher, kaufe wenig Verpackung, Plastik nur wenn’s muss und inzwischen viel second hand: mein handy, meine Nähmaschine… Außerdem bin ich Ganzjahresradfahrerin. Meine jungen Kolleginnen würden mich für verrückt erklären, wenn ich ihnen ähnliches vorschlüge…

    1. Wie haben ja auch kein AUto, das halten aber auch viele von unseren Bekannten für etwas Merkwürdig. Einige finden das aber auch ganz normal. Danke Dir für den Linktipp, vielelicht sehen wir uns das am Wochenende mal an, gibt es doch bestimmt auch in der Mediathek!

  10. Nike, ein sehr toller Beitrag!
    Deine Liste werde ich mir kopieren und so richtig durcharbeiten.
    Zum Glück steh ich auf alte Sachen. Sehr viel in unserem Haus ist gebraucht gekauft oder vom Sperrmüll. Allerdings lasse ich mich gerade bei Kinderkleidung sehr gerne hinreißen.
    Man sollte sich jeden Tag wieder vor Augen führen, was unser Konsumverhalten im Rest der Welt für Auswirkungen hat (ich denke da nur mal an die Verschmutzung der Ozeane mit Plastikmüll). Denn auch hier gilt: aus den Augen, aus dem Sinn.
    Gruß, Miriam

  11. ich hab es ja eh schon lange geahnt … du bist eine weise frau. und ich bin absolut einer meinung mit dir. ich kaufe so gut wie nichts, ich lebe von winzigstem budget. ich trage handtaschen oft jahre und auch alle anderen dinge so lage ist eben möglich ist (also wenn die sachen dann kaputt sind tausche ich sie schon gegen neue aus und so … )
    und ich habe auch das gefühl das ganz unabhängig von geld, freizeit oder alle dem das gefühl das ich nichts brauche mich einfach glücklich macht. weil das bedeutet das man ALLES HAT!

  12. Wie wahr, wie wahr. Danke, dass Du daran erinnerst. Ich stelle gerade fest, dass wir ´ne Menge gekauft haben, das jetzt rumsteht und mich belastet. Allerdings ist es auch nicht so einfach, es wieder loszuwerden. Schließlich sind die meisten Sachen noch gut und ich will sie nicht wegwerfen. Aber verkaufen kostet Zeit (sogar viel Zeit) und bringt meistens nicht so viel wie erhofft. Viele Kleidungsstücke habe ich schon dem Anziehpunkt (geführt von der Caritas) gespendet, manche Dinge habe ich mit einem zu-verschenken-Schild an die Straße gestellt. Das war sehr erfolgreich, abends war eigentlich immer alles weg. :-) Aber in Zukunft will ich vermeiden, dass hier unnützes Zeug Einzug hält. Dabei helfen Blogs wie Deiner, ich lese nämlich bevorzugt solche, die sich mit Selbermachen beschäftigen. (Ich habe gerade diverse Windelkartons umgekrempelt, aus einem soll noch eine Parkgarage entstehen. Danke für die Inspiration!)
    Klamotten online gebraucht kaufen ist so eine Sache. Ich habe da sehr gemischte Erfahrungen gemacht. Manches kam gleicht kaputt an und eine Rücksendung hat sich nicht gelohnt. Gut das meiste habe ich reparieren können, aber das kostet auch wieder Zeit. Anderes ist nach kurzer Benutzung kaputt gegangen, wie Reissverschlüsse an Jacken. Im Moment habe ich einen „Exklusivvertrag“ mit den Nachbarn. Deren zwei Jungs sind größer (nicht unbedingt älter) als meine, sobald dort aussortiert wird, steht bei mir ein großer Wäschekorb und ich kann mir aussuchen, was mir gefällt. Den Preis handeln wir dann aus. Wenn meinen Jungs dann noch Kleidungsstücke fehlen, wird halt mal was neu gekauft. Das läuft so ganz gut.
    Auf die Gefahr hin, dass dieser Kommentar echt zu lang wird, muß ich aber noch eine kurze Geschichte erzählen: Letztes Jahr zu Silvester wollten wir mit der Family Raclette essen. Der Grill dafür befand sich schon länger in unserem Besitz und war schon zwei- dreimal benutzt worden. Ich hatte ihn vorgeheizt. Als wir uns alle an den Tisch setzten und ich ihn wieder anschaltete, saßen wir plötzlich im Dunkeln. Jedes Mal, wenn wir den Grill wieder anschalteten, flog wieder der Schutzschalter raus. Ziemlich blöd, wenn fünf hungrige Leute am Tisch sitzen. Naja, wir haben improvisiert. Aber der blöde Grill stand hier noch immer rum. Als der Abfuhrtermin für Elektroschrott näher rückte, habe ich mich in zwei Fachgeschäften nach den Kosten für eine Reparatur erkundigt. Beide Male bekam ich die Antwort: „Zu teuer, kaufen Sie sich einen neuen.“ Bei einem hieß es sogar, dass allein der Kostenvoranschlag 60,-€ kosten würde. Aus Neugier habe ich das gute Stück mal aufgeschraubt und schnell gesehen, dass eines der sechs Kabel ein kleines Loch in der Isolierung hatte. Ich habe ein kleines Stück Isolierband (für umgerechnet vielleicht 1 Cent) drumgewickelt und jetzt läuft, ähh grillt er wieder. :-)
    Liebe Grüße
    Sara
    P.S.: Habe auch in Leipzig studiert.

  13. Puh,
    Dieser Artikel ist toll.
    Undzu sämtlichen Punkten kann ich nur beipflichten.
    Muss aber gleichzeitig gestehen, dass ich diese Einstellung zwar einzig richtig finde, absolut ehrlich! Aber selbst mich nicht wirklich immer daran halte.
    Ich muss gesehen, dass ich „gerne kaufe“… Aber ich kaufe vieles gern auf Flohmärkten „Baby“basaren und ebay, wenigstens etwas, oder….? Und ich führe auf jeden Fall wieder alles „zurück“ in den Umlauf, – weggeschmissen wird NIX. Entweder es wird (wurde und wird werden…) auf Flomärkten, Basaren und bei ebay verschachert, oder aber (gerne) verschenkt, das bezieht sich auf alles sachliche; Klamotten, Haushaltswaren, ALLES.
    Wenigstens habe ich mir Zeitschriften zum größten Teil abgewöhnt… Dafür habe ich eh gar keine Zeit mehr, seit es Vida gibt.
    Ich bin mir sicher, ich werde nach und nach immer noch ein bisschen mehr in diese gesunde Richtung gehen, die Du einschlägst! Wir sind ja auch schon kräftig dabei: Du müsstest mal unseren Flohmarktstand sehen (von unserem monatlich veranstalteten Flohmarkt hier). Wir trennen uns von verdammt viel Zeug. Sehr vieles davon haben wir selbst auf Flohmärkten gekauft, teilweise sind es aussortierte Klamotten, Werbegeschenke von unserer Zeit als Messebauer… Alles eben, wie schon gesagt….

  14. Oh… super Post!
    Also ich führe ja schon länger ein Haushaltsbuch. In Exel (gab´s mal umsonst, irgendwo). Das rechnet alles gleich schön zusammen. Bei größeren, ungewöhnlichen Ausgaben, vermerke ich mir im Kommentar, wieso der Betrag in diesem Monat so explodiert ist. Aber was dieses „Buch“ ja nicht leisten kann, ist, dass man sich die unnötigen Ausgaben alle vor Augen führt.
    Den Tip mit den Din A 4 Seiten, werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren.

    Ansonsten mache ich mir in SchnickSchnack Läden den Spaß (und beim Schweden, fällt mir das besonders leicht), alle Dinge, die mir zwar gefallen, mit „brauche ich nicht, dies brauche ich auch nicht, das brauche ich nicht… usw.“ zu kommentieren. Natürlich lautlos, nur für mich.

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