Schnitz´ ich mir den Baum halt selber…

DIY Weihnachtsbaum aus Stöcken, alternativer ChristbaumDieses Jahr feiern wir zu ersten mal our own private Weihnachten. Konnten wir die vergangenen Jahre die Verantwortung für die Sache mit dem Baum auf unsere Eltern abwälzen, muss nun ein eigener her. Was uns vor ein Problem stellte. Einerseits will man den Kindern ja auch ein bisschen Tradition bieten. Andererseits will man sich ja so als ansatzweise ambitionierter Öko keine Tanne aus Monokultur ins Haus holen, die dann schlimmstenfalls auch noch mit Pestiziden verseucht ist. Um sie dann am Dreikönigstag dann direkt wieder zu entsorgen. Jedes neue Jahr aufs Neue.

Ich habe sehr lange gerätselt, wie sich das Dilemma, wenn es denn mal ernst werden würde, lösen ließe. So ein Plastikbaum ist nicht mein Ding. Diese Bäumchen aus Latten die in den letzten Jahren aufkamen schon eher, aber die waren mir irgendwie doch zu minimalistisch-kantig. Oder zu eindimensional. Aber eindeutig der richtige Ansatz. Geworden ist es nun ein „Baum“ aus Stöcken:

DIY Weihnachtsbaum aus Stöcken

Es sind ziemlich viele Stöcke: Der Baum ist etwa 1,70 Meter hoch, dafür verarbeitet hab ich ca. 60 Haselnußstangen von jeweils etwa 1 Meter Länge. Ich hab sie mit dem Schnitzmesser geschält und dann beim Zusammenstecken mit der Rosenschere entsprechend zugeschnitten. Die extra lange Mittelstange ist mit Paketschnur umhäkelt und zwar erst ein mal fest, mit festen Maschen so wie auf dem Bild oben und dann in diese Maschen hinein noch zusätzlich drei Reihen sehr lockere (wirklich so locker es ging) Luftmaschen um die Stöcke möglichst abwechslungsreich anordnen zu können:

DIY Weihnachtsbaum aus Holz

Insgesamt war das eine wirklich aufwändige Aktion, aber mit dem Ergebnis bin ich durchaus zufrieden. Könnte ich Euch auch weiterempfehlen, solltet Ihr Euch jetzt so kurzfristig noch baumlos finden. Mal sehen, wie sich das Objekt Heilig Abend im Wohnzimmer macht, selbstverständlich dann auch illuminiert und geschmückt!

Wie löst Ihr das? Wäre „Kein Baum“ nicht vielleicht der alternativste aller Weihnachtsbäume? Oder ist bei Euch Weihnachten ohne Tanne überhaupt gar kein Weihnachten?

Es ist Dienstag und es ist der Fünfzehnte.

Ps: Der Groszer hatte dann noch die geniale Lösung für das alte Problem der Schrauben, die sich bei gußeisernen Christbaumständern in den Stamm des Bäumchens drücken und so auf Dauer für Schlagseite sorgen:

Weihnachtsbaumständer Lifehack Problemlösung

19 Kommentare zu “Schnitz´ ich mir den Baum halt selber…

  1. Liebe Nike, der ist wirklich sehr schön geworden! Und so viel Aufwand. Find ich toll. Für mich ist Weihnachten ohne Baum aber kein Weihnachten – und der Baum muss grün sein. Aber wer weiss, vielleicht überzeugen mich Deine Bilder vom geschmückten Baum ja vom Gegenteil. Dieses Jahr sind wir bei meiner Mutter. Da stellt sich das Problem nicht.
    LG Anna

    1. Bei Mama feiern ist doch eh am schönsten! Bin selbst gespannt, wie der Baum sich geschmückt machen wird, mal sehen ob mir davon halbwegs aussagekräftige Bilder gelingen.
      Liebe Grüße zu Dir und ein frohes Fest nächste Woche!

  2. Liebe Nike, du bist dabei, juhuuu! Ich freue mich sehr. :)
    Und ich stehe der Baumfrage genauso kritisch wie du gegenüber. Noch feiere ich auch bei meinen Eltern, deshalb stellt sich die Frage noch nicht. Mal sehen wie es dann mal mit eigener Familie wird. Dein Baum ist auf jeden Fall eine tolle, unkonventionelle Lösung.
    Hach schön, dass du es geschafft hast. Hab eine wunderbare, fröhliche Weihnachtszeit und starte gut in ein großartiges neues Jahr, liebste Grüße
    Eva

  3. Ich bin begeistert! Und die Häkelnadel wieder voll im Einsatz. Mich interessiert noch der Abbau, bez. Was passiert damit im neuen Jahr? Osterfeuer? Wir hanen, nicht dein Ding, einen Plastikbaum. Um es mit den Worten meiner Oma zu sagen: Der ist aber schön gerade. :-)

    1. OSTERFEUER! Anna, mach mich nicht fertig. Ich nehm in auseinander und steck in nächstes Jahr wieder zusammen, mal sehen, wie lange wir das durchziehen können. Gerade ist unser Baum übrigens keineswegs, Deine Oma wäre schockiert.

  4. Hallo Nike! Wahnsinns tolle Idee! Ich kann mir das geschmückt sehr gut vorstellen! Ich bin froh, dass ich mich nicht um die Frage Baum oder kein Baum kümmern muss. Ich fahre zu meinen Eltern und dort erwartet mich eine duftende Tanne, garantiert ohne Pestizide. :)
    Schöne Zeit bis Weihnachten noch!
    Joana

    1. Praktisch ne? So war das bei uns auch immer. Aber nu sind meine Eltern einfach sehr weit weg und die Schwiegermutter hat beschlossen den Heilig Abend nicht mehr ausrichten zu wollen. Schwupps ist man selbst in der Pflicht. ;-)
      Euch auch ein frohes Fest nächste Woche!

  5. Absolut genial!!!! Klingt zwar nach sehr viel Arbeit, lässt sich aber jedes Jahr wieder verwenden!
    Die Baumfrage beschäftigt mich auch, eine richtige Lösung gibt es noch nicht, aber es kommen ja noch viele Weihnachten auf uns zu…. Deine Idee ist mir aber auf jeden Fall mal Vorbild! :-)
    Liebe Grüße, Steffi

    1. Danke Dir!
      Schwer war es nicht, wenn Ihr nächsten Herbst einfach rechtzeitg anfangt von jedem Spaziergang ein paar Haselruten mitzunehmen und das Schnitzen dann zusammen erledigt, sollte das für Euch sogar ein Klacks sein!
      Grüße zu Euch!

  6. viel Arbeit, aber die hat sich wirklich gelohnt
    die Idee mit der Häkelei gefällt mir; ich glaube, die kann man auch für kleinere Objekte nutzen

    bei uns gibt’s inzwischen keinen Baum mehr (ohne Kinder auch nicht so gefragt)
    nach dem Einzug ins Haus haben wir nach und nach einzelne Tannen im Garten abgesägt, ehe sie zu groß wurden, haben uns also mit eigenen Bio-Bäumen versorgt ;-)
    und als keine mehr da waren, gab’s dann eine geschmückte große Yucca mit Lichterkette

    lieben Gruß
    Uta

    1. Danke Dir!
      Finde ich auch sehr gut, dass Ihr ganz ohne Baum auskommt! Und dass das mit dem Häkeln so gut geklappt hat, hat mich auch gefreut, da kann man sicher noch die eine oder andere Idee drauf aufbauen!

  7. Sieht super aus!! Wo hast du denn die ganzen Haselzweige so schnell (?) her?
    Ich hab das Problem nicht als allein Wohnende. Aber diese Idee finde ich super!

  8. Das ist jawohl eine der schönsten Alternativtannen ever! Das war sicher viel Arbeit, die sich allerdings mehr als gelohnt hat. Schön, dass ihr nun eine stylische Alternative zu anderen wiederverwendbaren Bäumen habt ;) Wir feiern bei den Schwiegereltern, denen wir allerdings aus Ermangelung an Gartentannen einen Baum aus der doofen Monokultur kaufen werden (wir kümmern uns im Vorfeld um Baum und Essen). Wäre der Baum nicht im Sommer eingegangen, hätten wir das „Einpflanz-Auspflanz-Spiel“ weiter betrieben.
    Beste Grüße und ein schönes Fest!!

  9. Sieht nach einer Menge Arbeit aus, aber so ist das beim Selbermachen ja immer.

    Wir haben früher auch immer bei den Eltern gefeiert und damit die Verantwortung abgegeben.
    Für 2012 und 2013 haben wir uns im eigenen Garten bedient, da standen zwei kleine Nadelbäume an echt ungünstigen Stellen, die mussten weg.
    2014 habe ich dann einen Baum genäht, den ich im Laufe der Jahre noch „ausbauen“ will:
    http://die-linkshaenderin.blogspot.de/2014/12/weihnachts-upcycling.html
    Vom Gesundheits- und Öko-Aspekt mal abgesehen, bin ich auch froh, dass wir keinen Baum besorgen, aufstellen und monatelang Tannennadeln aus den Sofakissen pulen müssen. Das reduziert den Stress erheblich.

    Liebe Grüße,
    Henriette

  10. der baum sieht ganz ganz toll aus.
    wir haben einen tannenbaum im topf. der steht das ganze jahr über auf unserer terrasse und im winter schmücken wir ihn eben ein bisschen. er ist nicht tot, nadelt nicht und ist nicht mit chemikalien verseucht. damit erfüllt er alle unsere ansprüche. :-)

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